Legende

  obere Ländergruppe
  mittlere Ländergruppe
  untere Ländergruppe

I  = Integrationskraft
D = Durchlässigkeit
K = Kompetenzförderung
Z = Zertifikatsvergabe

Chancenprofil Brandenburg

In der Dimension Durchlässigkeit (D) gehört Brandenburg zur Spitzengruppe der Bundesländer. In den Bereichen Integrationskraft (I), Kompetenzförderung (K) und Zertifikatsvergabe (Z) erreicht das Land jeweils einen Platz in der mittleren Ländergruppe.

Bei dieser Reglerdarstellung ist zu berücksichtigen, dass zum aktuellen Berichtszeitpunkt für die Gerechtigkeitsdimension Kompetenzförderung (K) keine neuen Daten vorliegen. Aus diesem Grund wurde die Gruppenzugehörigkeit für diese Dimension aus dem letzten Chancenspiegel übernommen.

Integrationskraft (I) Mittlere Gruppe

1. Förderquote: 8,3 Prozent aller Schüler weisen nach der landestypischen Feststellungspraxis  sonderpädagogischen Förderbedarf auf (Bundesdurchschnitt 6,8 Prozent).                        
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

2. Exklusionsquote: 4,7 Prozent aller Schüler lernen nicht im Regelschulsystem sondern in Förderschulen (Bundesdurchschnitt: 4,7 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

3. Ganztagsnutzung: 47,5 Prozent aller Schüler in der Primar- und Sekundarstufe I besuchen eine Ganztagsschule (Bundesdurchschnitt: 35,4 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

Veränderungen der Indikatoren über die Jahre

Indikator 2009 2010 2011 2012 2013
1 Anteil der Schüler mit besonderem Förderbedarf an allen Schülern im allgemeinbildenden Schulsystem (Förderquote) 8,6 % 8,5 % 8,4 % 8,4 % 8,3 %
2 Anteil der Schüler mit besonderem Förderbedarf, die gesondert in Förderschulen unterrichtet werden, an allen Schülern (Exklusionsquote) 5,4 % 5,2 % 5,0 % 4,9 % 4,7 %
3 Anteil der Schüler im Ganztagsbetrieb an allen Schülern, Primarstufe und Sekundarstufe I 42,5 % 45,6 % 51,0 % 46,7 % 47,5 %

Seit 2009 hat sich das Land Brandenburg in allen drei untersuchten Indikatoren verbessern können: Die Förderquote ist leicht gesunken, die Exklusionsquote hat sich deutlich verringert und der Anteil der Ganztagsschüler ist über die Jahre - bei jährlichen Schwankungen - gestiegen. In der Dimension Integrationskraft bleibt das Land im aktuellen Berichtsjahr in der mittleren Ländergruppe.

Durchlässigkeit (D) Obere Gruppe

4. Gymnasialanteile: 46,3 Prozent der Siebtklässler gingen nach der Grundschule auf ein Gymnasium über (Bundesdurchschnitt: 43,7).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

6. Klassenwiederholer: 2,1 Prozent aller Schüler wiederholen in den Jahrgangsstufen sieben bis neun eine Klassenstufe (Bundesdurchschnitt: 2,6 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

7. Neuzugänge im Dualen System: 50,5 Prozent der Hauptschüler, die in den Berufsbildungsbereich übergehen, erhalten einen Ausbildungsplatz im Dualen System (Bundesdurchschnitt: 41,0 Prozent).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

Veränderungen der Indikatoren über die Jahre

Indikator 2009 2010 2011 2012 2013
4 Anteil der Fünftklässler, die nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechselten 47,0 % 47,8 % 47,5 % 46,1 % 46,3 %
5 Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtswechseln der Schüler in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 1 : 1,6 1 : 1,5 1 : 1,8 * *
6 Anteil der Wiederholer in der Sekundarstufe der Regelschulen an allen Schülern in der Sekundarstufe 1,9 % 1,5 % 1,6 % 1,5 % 2,1 %
7 Neuzugänge im Dualen System mit maximal Hauptschulabschluss an allen Neuzugängen mit maximal Hauptschulabschluss 70,4 % 56,6 % 53,4 % 52,4 % 50,5 %

* Fußnote: In der Gerechtigkeitsdimension Durchlässigkeit ist ein Vergleich mit den länderbezogenen Ausprägungen der ersten Berichtsjahre aufgrund einer veränderten Datengrundlage unzulässig. (Indikator „Verhältnis von Aufwärts- zu Abwärtswechseln“ wurde rückwirkend für die letzten Jahre herausgenommen und die Scores neu berechnet).

Im Vergleich zum Jahr 2009 hat sich die Durchlässigkeit im Schulsystem Brandenburgs nicht verbessert: Der Anteil der Siebtklässler, die nach der Grundschule auf ein Gymnasium wechselten ist im Vergleich zum Vorjahr marginal gestiegen, liegt allerdings insgesamt unter den Werten der Jahre 2009 bis 2011. Der Anteil der Neuzugänge im Dualen System ist seit 2009 stetig und deutlich gesunken, dieser Trend setzt sich fort. Und schließlich ist auch der Anteil der Wiederholer trotz zuletzt rückläufiger Werte aktuell wieder stark angestiegen.

Kompetenzförderung* (K) Mittlere Gruppe

8. Mathekompetenz: Neuntklässler erreichen durchschnittlich 518 Kompetenzpunkte (Bundesdurchschnitt: 500 Kompetenzpunkte).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

9. Kompetenzwerte der oberen 10 Prozent: Die leistungsstärksten Neuntklässler erreichen 655 Kompetenzpunkte (Bundesdurchschnitt: 632 Kompetenzpunkte).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

10. Kompetenzwerte der unteren 10 Prozent: Die leistungsschwächsten Neuntklässler erreichen  383 Kompetenzpunkte (Bundesdurchschnitt: 374 Kompetenzpunkte).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

11. Soziale Herkunft und Kompetenzerwerb: Benachteiligte Schüler in Klasse 9 erreichen 110 Kompetenzpunkte weniger als privilegierte Jugendliche (Bundesdurchschnitt: 82 Kompetenzpunkte Unterschied).
Ländervergleich: Untere Gruppe.

Veränderungen der Indikatoren über die Jahre

Indikator 2009 2010 2011 2012 2013

* Fußnote: Für die Gerechtigkeitsdimension Kompetenzförderung liegen zum aktuellen Berichtszeitpunkt keine neuen Daten vor. Aus diesem Grund wird erneut auf die Datengrundlage des zurückliegenden Berichtsjahres (Chancenspiegel 2014) zurückgegriffen.

Zertifikatsvergabe (Z) Mittlere Gruppe

12. Absolventen mit Hochschulreife: 55,2 Prozent der jungen Erwachsenen erreichen die Hochschulreife (Bundesdurchschnitt: 55,0 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

13. Schulabbrecher: Der Anteil der Schulabgänger ohne Schulabschluss liegt bei 8,0 Prozent (Bundesdurchschnitt: 5,7 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

Veränderungen der Indikatoren über die Jahre

Indikator 2009 2010 2011 2012 2013
12 Anteil der Absolventen mit Hochschulreife an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung aus den allgemeinbildenden und beruflichen Schulen 49,3 % 48,4 % 46,6 % 46,6 % 55,2 %
13 Anteil der Abgänger ohne Hauptschulabschluss an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung 11,0 % 9,8 % 8,6 % 8,6 % 8,0 %

Für Baden-Württemberg, Bremen, Berlin und Brandenburg werden aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs die Werte aus dem Jahr 2011 verwendet.

Der Trend der Vorjahre, in denen der Anteil der Absolventen mit Hochschulreife an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung rückläufig war, hat sich nicht fortgesetzt. Statt dessen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein sprunghafter Anstieg. Und auch der Anteil der Abgänger ohne Hauptschulabschluss hat sich positiv entwickelt: Er ist insgesamt deutlich gesunken, liegt aber immer noch über dem Bundesdurchschnitt. In der Dimension Zertifikatsvergabe wechselt Brandenburg von der unteren in die mittlere Ländergruppe.