Schulsysteme der Länder

Die Chancenprofile der Bundesländer zeigen relative Stärken und Entwicklungsbedarfe.

Der Ländervergleich verdichtet die Informationen des Chancenspiegels auf der Grundlage besonders relevanter und für alle Länder verfügbaren Indikatoren zu „Chancenprofilen“ und zeigt, in welchen Gerechtigkeitsdimensionen die einzelnen Bundesländer im innerdeutschen Vergleich ihre relativen Stärken und Entwicklungsbedarfe haben.

Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Hamburg Bremen Niedersachsen Sachsen-Anhalt Berlin Brandenburg Nordrhein-Westfalen Hessen Thüringen Sachsen Rheinland-Pfalz Saarland Baden-Württemberg Bayern Deutschland-Karte Regler-Diagramm

 

Im Ländervergleich wird bei der Integrationskraft auf den sonderpädogogischen Förderbedarf, das Risiko, vom Regelschulbesuch ausgeschlossen zu werden und die Chance, ein Ganztagsangebot nutzen zu können, fokussiert. Bei der Dimension der Durchlässigkeit geht es um die Chance auf Gymnasialbesuch, das Risiko, sitzen zu bleiben und die Chance, mit maximal Hauptschulabschluss in das Berufsbildungssystem einmünden zu können. In der Dimension Kompetenzförderung* werden vier Indikatoren berücksichtigt: die durchschnittliche Mathekompetenz in der Sekundarstufe I, die Kompetenzen der leistungsstärksten sowie leistungsschwächsten Schüler und der Abstand zwischen Schülern aus oberen und unteren Sozialschichten. Bei der Dimension der Zertifikatsvergabe werden das Risiko, die Schule ohne Abschluss zu verlassen, und die Chance auf den Erwerb der Hochschulreife in den Blick genommen.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Stadtstaaten Berlin, Bremen und Hamburg zeigen im Bundesvergleich ein uneinheitliches Bild auf, vor allem weisen sie bei der Kompetenzförderung* Entwicklungsbedarf auf. Die ostdeutschen Bundesländer dagegen sind vergleichsweise gut platziert in ihrem Bemühen, die Kompetenzen zu fördern. Hier liegt der Entwicklungsbedarf eher im Bereich Integrationskraft (im Falle Mecklenburg-Vorpommerns und Sachsen-Anhalts) und bei der Zertifikatsvergabe (im Falle Mecklenburg-Vorpommerns, Sachsen-Anhalts, Sachsens und Thüringens).

Die Schulsysteme der norddeutschen Flächenländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein nehmen in den Dimensionen Kompetenzförderung und Zertifikatsvergabe einen Platz in der mittleren Ländergruppe ein. Schleswig-Holstein befindet sich durchgängig in der mittleren Ländergruppe. Niedersachsen ist besonders erfolgreich bei der Integrationskraft, während es in der Dimension Durchlässigkeit zur unteren Ländergruppe zählt.

Nordrhein-Westfalen ist im Bundesländervergleich erfolgreich bei der Vergabe von Zertifikaten, besonderes Entwicklungspotenzial zeigt sich hingegen bei der Durchlässigkeit und der Kompetenzförderung. Hessen ist bei der Integrationskraft besonders gut platziert und befindet sich in den drei anderen Dimensionen im guten Mittelfeld. Im Mittelfeld liegt auch das Saarland in drei der untersuchten Dimensionen. In der Zertifikatsvergabe nimmt das Saarland einen Platz in der Spitzengruppe ein.

Die süddeutschen Flächenländer Baden-Württemberg und Bayern sind bei den Dimensionen des Chancenspiegels, die stärker die Leistungen von Schulsystemen in den Blick nehmen, vergleichsweise gut platziert, nämlich bei der Kompetenzförderung im Falle Bayerns und bei der Zertifikatsvergabe im Falle Baden-Württembergs. Entwicklungsbedarf besteht in den süddeutschen Flächenländern eher bei den Dimensionen des Chancenspiegels, die die Gerechtigkeitsaspekte Integrationskraft und Durchlässigkeit in den Blick nehmen.

Was die Ausprägung der Chancenprofile der Bundesländer zwischen den Schuljahren 2009/10 und 2013/14 angeht, so haben sich keine bedeutsamen Veränderungen ergeben. Besonders bedeutsam im Sinne der Methode des Gruppenvergleichs im Chancenspiegel (vgl. Informationen zu den Chancenprofilen der Länder in der ausführlichen Publikation) wäre nur ein Wechsel eines Bundeslandes in einer der vier Dimensionen von der oberen Gruppe in die untere Gruppe und umgekehrt. Dazu ist es aber im Berichtszeitraum nicht gekommen.

 

* Bei der Darstellung der Chancenprofile ist zu berücksichtigen, dass zum aktuellen Berichtszeitpunkt für die Gerechtigkeitsdimension Kompetenzförderung (K) keine neuen Daten vorliegen. Aus diesem Grund wurde die Reglerposition aus dem Chancenspiegel 2014 übernommen.