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Chancenspiegel: Bremen

Bremen gehört bezogen auf die Indikatoren der Integrationskraft häufig zu den erfolgreichen Ländern Deutschlands: Der Stadtstaat wird seit dem Schuljahr 2002/03 immer wieder in der oberen Gruppe verortet. Im Hinblick auf den Inklusionsanteil ist dies sogar durchgehend der Fall. Sinkende Anteile an Schülerinnen und Schülern, die an Förderschulen unterrichtet werden, führen nach einer Phase der mittleren Gruppenzugehörigkeit ab dem Schuljahr 2010/11 dazu, dass Bremen wieder in die Gruppe der vier Länder mit vergleichsweise geringen Exklusionsquoten wechselt. Bezogen auf die Höhe der Förderquote gehört Bremen meist der mittleren Gruppe an. Dabei unterscheidet sich die tendenziell rückläufige Entwicklung der bremischen Förderquote von der Entwicklung dieses Indikators in der überwiegenden Zahl der anderen Bundesländer. Sie sinkt bis zum Schuljahr 2013/14, sodass Bremen hier ebenfalls in die obere Ländergruppe vorrückt, bevor es im letzten Betrachtungsjahr wieder zu einem Anstieg und damit verbunden einem Wechsel in die mittlere Gruppe kommt.

Hinsichtlich der Indikatoren zum schulischen Ganztag fallen insbesondere die Entwicklungen zum Angebot und zur Nutzung des schulischen Ganztags deutlich auseinander: Während der Anteil an ganztägig arbeitenden Schulen (Ganztagsschulanteil) deutlich unterhalb des Bundeswerts bleibt – und Bremen ab 2009/10 in der unteren Gruppe verortet wird –, steigen die Anteilswerte der Ganztagsschülerinnen und -schüler an allen Schülerinnen und Schülern (Ganztagsschüleranteil und Schüleranteil gebunden Ganztag) in Bremen deutlicher als die Bundeswerte. Der Stadtstaat kann hier über die betrachteten Jahre durchgängig in der mittleren bzw. oberen Gruppe verortet werden. Auffällig zudem: In Bremen lernt ein verhältnismäßig großer Anteil an Schülerinnen und Schülern an gebundenen Ganztagsschulen.

Förderquote 2014/2015: 6,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler weisen einen sonderpädagogischen Förderbedarf auf (Bundeswert 7,0 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

Inklusionsanteil 2014/15: 77,1 Prozent aller Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf besuchen eine allgemeine Schule (Bundeswert: 34,1 Prozent).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

Exklusionsquote 2014/15: 1,5 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchen eine Förderschule (Bundeswert: 4,6 Prozent).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

Ganztagsschulanteil 2014/15: 27,6 Prozent aller Schulen sind Ganztagsschulen (Bundeswert: 59,4 Prozent).
Ländervergleich: Untere Gruppe.

Ganztagsschüleranteil 2014/15: 35,4 Prozent aller Schülerinnen und Schüler in der Primar- und Sekundarstufe I besuchen eine Ganztagsschule (Bundeswert: 37,3 Prozent).
Ländervergleich: Mittlere Gruppe.

Schüleranteil gebundener Ganztag 2014/15: 30,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler besuchen eine Ganztagsschule in gebundener Form (Bundeswert: 17,4 Prozent).
Ländervergleich: Obere Gruppe.

Schüleranteil gebundener Ganztag 2014/15: Wegen fehlender Angaben in der amtlichen Statistik kann der Indikator zur Nutzung gebundener Ganztagsangebote nur für die Schuljahre 2002/03 und 2003/04 angegeben werden.

Schüleranteil gebundener Ganztag 2014/15: In Sachsen-Anhalt können nur Anteilswerte für die Jahre 2002/03 bis 2005/06 angegeben werden. Grund dafür sind fehlende Angaben zu privaten Ganztagsangeboten in der amtlichen Statistik.

Schüleranteil gebundener Ganztag 2014/15: Im Hinblick auf den Indikator zur Nutzung der gebundenen schulischen Ganztagsangebote können nur Anteilswerte für die Schuljahre 2002/03 und 2003/04 angegeben werden – für den Zeitraum ab 2004/05 fehlen Angaben zu privaten Ganztagsangeboten.

1: Aus der Schulreform im Saarland folgen im verwendeten Datensatz des Statistischen Bundesamtes Doppelzählungen einzelner Schulen, nicht aber im Datensatz zum Schulischen Ganztag der KMK. Da seitens der Statistiken nur diese Daten zur Verfügung stehen erhöht sich somit (vorübergehend) die Bezugsgröße „alle Schulen“, was gegenüber den Vorjahren ab dem Schuljahr 2012/13 zu geringeren Ganztagsschulanteilen führt.